Bücher

Harald Welzer: Alles könnte anders ein, Frankfurt am Main, 2019

Harald Welzer leitet sein Buch durch eine persönlich erlebte Geschichte ein. Er erzählt von einer traumhaften Flussfahrt, geführt von einem Fischer, mit eindrücklichen Naturerlebnissen von Licht, Wasservögeln und kulinarischen Genüssen aus dem artenreichen Gewässer. Es handelt sich dabei um Europas größtes Flussrenaturierungsprojekt am Unterlauf der Havel. Bewegend wird die Geschichte durch die Schilderung der Biographie des Leiters dieses NABU-Projektes. Ausgehend vom persönlichen Schicksal berichtet er von den Spuren der Degeneration der Flusslandschaft durch Begradigung, Vertiefung und Verschmutzung in eine industriell genutzte Ressource, sowie vom damit einhergehenden seelischen Verfall seines bewunderten Großvaters. „Der wurde immer verdrießlicher und trauriger, und die Veränderung betraf nicht nur die Stimmung. Auch körperlich baute der gewaltige Mann stark ab, wurde ,immer weniger´, und Rocco litt mit ihm, aber natürlich konnte er ihm nicht im Geringsten aus seiner Misere helfen. Der Mann ging mit seiner Landschaft zugrunde. Und der Zwölfjährige, der den Zusammenhang klar verstand, sagte dem verzweifelten Großvater: ,Opa, ich verspreche Dir, ich mach das wieder gut.!´ Und tatsächlich: Da saß er nun, Rocco, und machte die Havel wieder gut.“

Der zweiseitige Originaltext der Geschichte findet sich im genannten Buchtitel, welcher wegen seiner grundlegenden Ausführungen zur Idee der Transformation sehr zu empfehlen ist. 

Das Klimabuch von Esther Gonzalla

Im Vorwort schreibt Hans Joachim Schellnhuber:
„In den letzten Monaten ist der Kampf für die Stabilisierung des Weltklimas – und für die Erhaltung der Lebensgrundlagen der Menschheit – auf spektakuläre Weise in die Hände der Jugend übergegangen. Bei der Fridays-for-future-Bewegung erleben wir gänsehautnah, wie das langjährige Leugnen und Ignorieren wissenschaftlicher Erkenntnisse durch die etablierten politischen Kräfte durch die  Heranwachsenden nicht mehr hingenommen wird, ja einen ebenso zornigen wie unschuldigen Sturm des Protests entfacht hat. Die Mädchen und Jungen haben erkannt, dass die Zeit für eine radikale Minderung des Ausstoßes von klimaschädlichen Treibhausgasen im Sinne des Pariser Abkommens von 2015 fast abgelaufen ist und dass die Zukunft und die ihrer Kinder auf diesem Planeten von den älteren Generationen verjubelt wird. Durch Medien, Schulunterricht, eigene Forschung und nicht zuletzt durch direkten Kontakt mit Wissenschaftler*innen haben die Schüler*innen von Fridays for Future sich die entscheidenden Informationen angeeignet und die richtigen Konsequenzen daraus gezogen. Als Klimaforscher, der zu diesem Wissensfundus ein wenig beigetragen hat, schaue ich auf diese jüngste Entwicklung mit großer Spannung, kleinem Stolz und vorsichtiger Hoffnung. Denn auf einen derartigen Aufschrei haben wir seit dem Jahr 1990, als der erste Bericht des Weltklimarates (IPPC) veröffentlicht wurde, hinsichtlich Politik, Industrie und der erwachsenen (westlichen) Zivilgesellschaft vergeblich gewartet.

Gonzallas Appell für einen persönlichen, aber auch einen weltwirtschaftlichen Wandel wird an dieser Stelle zu einem moralischen Gebot – mit der vollen Unterstützung der aktuellsten Wissenschaft. Ich bin davon überzeugt, dass damit ein mächtiger Multiplikator für das Wissen über den Klimawandel geschaffen, aber auch ein gangbarer Weg zu einem stabilisierten Erdsystem aufgezeigt wurde.“   (Mai 2019)

Schellnhuber lobt die aussagekräftige und ausdruckstarke, künstlerisch gestaltete Darstellung der wissenschaftlichen Erkenntnisse. Auf 22 Seiten stellt die Autorin Lösungsansätze vor, insofern wird dadurch nicht nur das Faktenwissen erweitert, sondern auch die persönliche Gestaltungskraft angeregt. 

Hans Joachim Schellnhuber gründete das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung und arbeitete an vorderster Stelle in der internationalen Community der Klimaforscher.

Verfügbar bei der Bundeszentrale für politische Bildung

Tanja Busse: Die Einkaufsrevolution, München 2006

Ein Kompendium zum Ausüben der Konsumentenmacht: Unter den Stichworten Autos, Blumen, Bio-Siegel, Chemie, Datenschutz und Kundenkarten, Discounter, Drogen, Essen und Trinken, Fairer Handel, Fastfood, Fisch, Fußbälle, Geldanlagen, Gentechnik, Grabsteine, Holz, Kaffee, Tee und Schokolade, Kleidung/Textilwaren, Marken, Klima retten, Kosten und Preise, Label und Siegel, Medikamente, Minen, Nachhaltigkeit und ökologischer Fußabdruck, Papier, Prostituierte, Regenwald, Regional einkaufen, Teppiche, Tests, Saisonal einkaufen, Strom, Welthandel, Weltverbesserung in kleinen Schritten, finden sich Hinweise und links zu weiterführenden Informationen.

Till Ungefug: Perspektiven der Sozialkunde

Eine Standortbestimmung des Sozialkundeunterrichts an Waldorfschulen

Kassel 2017, edition waldorf

Jochen Ketels/M. Michael Zech: Globalisierte Wirtschaft am Beispiel der Baumwolle

Handhabbare Unterrichtsmaterialien zum Thema

Kassel 2010, edition waldorf