Themenbereich Neue Wirtschaft

Wenn die Krise da ist, und man sich entscheiden muss, reagieren muss, kann man nichts Neues mehr aufbauen, nichts erfinden, nichts mehr neu entwickeln. Entweder es ist da, oder es ist nicht da. Optionen müssen aufgebaut werden über eine längere Zeitperiode, und hier liegt unsere Aufgabe, die der Zivilgesellschaft, überhaupt eines gesellschaftlichen Prozesses, der versucht zu realisieren, was er richtig findet.

Wolfgang Sachs (ehemaliger Direktor des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie)

Wirtschaft ist Care

von Ina Praetorius

Was ist Wirtschaft? Ina Praetorius ruft in Erinnerung, dass die vergessene Grundlage von Produktion, Handel und Konsum materieller Güter die Befriedigung der grundlegenden Lebensbedürfnisse ist, die man ,Sorgearbeit‘ oder ,Care‘ nennen kann. Solche Selbstverständlichkeiten zu artikulieren bleibt offenbar auch heute noch einer feministischen Weltsicht vorbehalten. Wirtschaft so gedacht ergibt sofort einen neuen Blick auf die Fragen nach Arbeitsmotivation, Entlohnung usw.

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Gemeinwohlökonomie: „Wir brauchen ökologische Menschenrechte“

Interview mit Christian Felber, geführt von Bernward Geier

Als Mitbegründer der Gemeinwohl-Ökonomie hat Christian Felber Ideen für eine neue Art des Wirtschaftens jenseits des Kapitalismus. Der Homo oeconomicus, der allein auf seinen persönlichen Vorteil ausgerichtete Mensch, ist ein Psycho- und Soziopath, dieses Menschenbild muss durch einen emotional gesunden, beziehungsfähigen und empathischen Menschen ersetzt werden.

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Für eine gemeinwohlorientierte Post-Corona-Ökonomie

Gemeinsamer Vorschlag der Vertreter*innen der internationalen Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie von 17 Ländern

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Wirtschaften ohne Wachstum

von Nico Paech

Nico Paech ist Volkswirt und der bekannteste Wachstumskritiker Deutschlands. Paech ist außerplanmäßiger Professor im Bereich Plurale Ökonomie an der Universität Siegen. Im Jahr 2020 ist sein Buch „All you need is less“ über eine „Kultur des Genug aus ökonomischer und buddhistischer Sicht“ im Oekom Verlag erschienen.

Viele Menschen leben nicht nur materiell, sondern auch psychisch über ihre Verhältnisse. Durch die Zwangspause vom Leistungsstress spüren sie, was ihnen zuvor verborgen blieb: Ein stressfreieres und verantwortbares Leben.

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Das Prinzip „Cradle to Cradle“: Nutzen statt kaufen

Interview mit Michael Braungart

Der Verfahrenstechniker und Chemiker Michael Braungart ist einer der Initiatoren des „Cradle-to-Cradle-Prinzips“, einer konsequenten Umsetzung der Idee einer Kreislaufwirtschaft. Er ist Professor an der Erasmus-Universität Rotterdam und an der Leuphana Universität Lüneburg Professor für Eco-Design und wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts. Sein Ansatz: nicht ´Weniger´ vom Falschen produzieren und konsumieren, sondern konsequent mit dem ´Richtigen´ wirtschaften. Die Idee wird bereits praktisch erprobt.

Kommentar: Das finde ich für Schüler ganz wichtig: Hier wird ein Weg gezeigt aus dem (moralischen) Dilemma: „Zukünftig werden wir uns einschränken müssen“, so lautet das Mantra. Und dann dieser ganz andere Ansatz: Es geht nicht darum, sich einzuschränken, sondern sich anders (richtig) zu verhalten. Wenn ich kein Fleisch esse, verzichte ich nicht auf Fleisch, sondern ich wende mich vielen neuen Produkten und Möglichkeiten der richtigen gesunden Ernährung zu. Das ist ganz entscheidend: Wie erlebe ich etwas? Als Verzicht, oder als Aufbruch zu neuen Ufern (ich kann Amerika nur entdecken, wenn ich Spanien verlasse). Marcus Opitz

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Müssen wir verzichten?

Mojib Latif im Gespräch

Mojib Latif ist ein bekannter Klimaforscher. Vom „Verzichten“ hält er nicht viel. Im Gespräch mit Frank Plasberg in „Hart aber Fair“

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Glück durch Sinnstiftung

Interview mit Jurek Voelkel

Jurek Voelkel ist in 4. Generation zusammen mit seinen drei Brüdern verantwortlicher Chef des Getränkeherstellers Voelkel. Im Interview spricht er über die Ziele und Werte des Unternehmens: Sinnhaftigkeit statt Gewinn, ein Ansatz für neue Eigentumsverhältnisse, und das Glück daraus.

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Social Business und Social Entrepreneure

von Simon Böhnlein

Hinter jedem Unternehmen steckt eine Idee. In Zeiten des Turbokapitalismus hat sich eine Bewegung junger Unternehmen wieder verstärkt dem sozialen Engagement und der Idee der Nachhaltigkeit verschrieben. Hier wird die Idee begründet, und es werden konkrete Beispiele vorgestellt.

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Wirtschaft anders denken

Interview mit Armin Steuernagel

Ein wesentliches Kennzeichen der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung ist das Privateigentum an den Unternehmen. Doch das muss nicht so sein. Armin Steuernagel, ein ehemaliger Waldorfschüler, ist Gründer verschiedenster Unternehmungen – unter anderem der Purpose Stiftung und der Investmentfonds Purpose Ventures und Purpose Evergreen Capital. Sein erstes erfolgreiches Unternehmen gründete Armin mit 16 Jahren, später folgte das Bio-Unternehmen Mogli, das heute in 40 Ländern aktiv ist. Als Mitgründer der Purpose Stiftung hilft er heute Unternehmen dabei, Eigentum neu zu denken, um langfristig unabhängig und ihrer Mission und Werten treu zu bleiben. Als Mitgründer und Managing Partner der Purpose Ventures e.G und Purpose Evergreen Capital, zwei evergreen Investmentfonds, unterstützt er Unternehmen zu wachsen, ohne sich selbst zu verkaufen.

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Vier Unternehmer wollen das Verantwortungseigentum fördern

Im Handelsblatt wird die innovative Idee der Purposestiftung genauer beschrieben und gewürdigt: Das Eigentum an einem Unternehmen sollte nicht vererbt werden, sondern einem Fähigen weitergegeben werden. Das ist ein Kerngedanke der Sozialen Dreigliederung von 1917 durch Rudolf Steiner. Armin Steuernagel ist ein junger Unternehmer und der Vordenker dieser Stiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Gedanken in der Praxis zu erproben.

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Selbstdarstellung der Purpose – Stiftung

Auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen, in der Verwaltung, im Hochschulwesen oder beim Militär werden die Posten nicht vererbt, sondern denen weitergegeben, die es können. So sollte auch das Eigentum an einem Unternehmen nicht vererbt werden, sondern einem Fähigen weitergegeben werden. Das ist ein Kerngedanke der Sozialen Dreigliederung. Die Purposestiftung hat es sich zum Ziel gesetzt hat, den Gedanken in der Praxis zu erproben.

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Wenn die Kunden den Preis bestimmen

Verbraucher wählen ein Produkt aus, beantworten einen entsprechenden Fragebogen und entscheiden über relevante Produktmerkmale wie Herkunft, Produktionsprozess, Vergütung für die Landwirte, Qualität und Verpackung.

2019 wurde die bundesweit einzigartige Initiative „Du bist hier der Chef!“ gegründet: Ab jetzt entscheiden Verbraucher gemeinsam, was ihnen bei Lebensmitteln wichtig ist. Ziel ist „das ideale Produkt“. Was steckt dahinter und wie können Verbraucher am Entscheidungsprozess teilnehmen?

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Du bist hier der Chef -Selbstdarstellung

Eine Verbraucherinitiative nimmt Einfluss auf die Produktion und den Handel: ein Ansatz für eine assoziative Wirtschaftsform. Die Idee aus Frankreich wurde im Jahr 2019 in Hessen realisiert.

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Die Key Points nachhaltigen Konsums

Dr. Michael Bilharz arbeitet im Umweltbundesamt im Bereich Förderung nachhaltiger Konsumstrukturen. In seinem Buch «Key Points nachhaltigen Konsums» zeigt er, auf welche längerfristigen Strategien es ankommt und wie jeder einzelne Verbraucher mit wenigen Schritten klimaneutral leben kann. Im Interview fasst er die wesentlichen Gesichtspunkte dafür zusammen.

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