Schöpflin-Stiftung: Gemeinnütziger Journalismus

„Der Journalismus befindet sich in einer Umbruchphase. Die alten Geschäftsmodelle funktionieren immer weniger. Die Vielfalt der Medien ist bedroht. Gemeinnütziger Journalismus ist eine von vielen Antworten auf das, was manche »Medienkrise« nennen. Wir halten ihn für eine notwendige Ergänzung zum öffentlich-rechtlichen und zum privaten Verlagsjournalismus, denn freier Journalismus ist eine Grundvoraussetzung für unsere offene Gesellschaft und lebendige Demokratie.“

aus: https://www.schoepflin-stiftung.de/foerderthemen/gemeinnuetziger-journalismus/

Lukas Harlan im Gespräch:

Ein Problem ist, dass in der Vergangenheit im Journalismus das herrschende Prinzip eine Ökonomie der Aufmerksamkeit war nach dem Motto „bad news are good news“, also je skandalöser, schlimmer und katastrophaler sich die Dinge anhören, desto besser werden sie verkauft. Das ist auch das Grundproblem im Geschäftsmodell der sozialen Medien. Das spaltet, anstatt zusammenzubringen und transportiert vor allem keine Liebe, und auch kein Motivationsgefühl, die Dinge in eine gute Richtung zu verändern.

Wie könnte ein liebevollerer Journalismus aussehen?

Es gibt ja den sogenannten „konstruktiven Journalismus“, was der Versuch ist, Berichterstattung umfangreicher, perspektivenreicher und mit mehr Hintergründen zu gestalten. … Beim konstruktiven Journalismus geht es eher um eine Grundhaltung und nicht darum, eine Meinung zu widerlegen. Konstruktiver Journalismus bedeutet, zukunfts- und lösungsorientiert zu berichten, … aber mit dem Ergebnis, dass wir besser verstehen und dass uns Dinge veränderbar, gestaltbar erscheinen. Einige Medien machen das auch schon vor, viele andere allerdings noch nicht.

Aus: Info3, Heft 6/21

Gute Nachrichten im ZDF

Unter der Überschrift „Ideen und Lösungen im Blog – Aktuelle Nachrichten, die Hoffnung machen“ stellt das ZDF auf seiner Homepage regelmäßig kleine Berichte zusammen. „Schlechte Nachrichten, Skandale und Katastrophen dominieren die Medien. Im Good-News-Blog zeigen wir täglich positive Entwicklungen, Lösungen und inspirierende Geschichten.“

Nachrichtenbeispiel vom 11.6.2021:
Mode zum Mieten

Die Modedesignerin Sabine Feurer möchte einen vollständig nachhaltigen Kreislauf ihrer Marke garantieren – deshalb vermietet die Münchnerin sämtliche Kleidungsstücke ihrer Kollektion: Abendroben, Büro-Outfits oder einfach Kleidung für den Alltag können bei ihr gemietet werden. Und: Sabine Feuerer lässt ihre Kollektionen in Deutschland fertigen. Sie fordert ein „globales Gütesiegel für nachhaltige Bekleidung“. Corona könnte dabei helfen, sagt sie. Die Pandemie habe zu einem Umdenken in der Gesellschaft geführt. Die Menschen hätten sich mit ihrem „Über-Konsum“ auseinandergesetzt und seien nun empfänglicher für nachhaltige Alternativen.  

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/good-news-blog-100.html