Themenbereich Kapitalismus

Einführende Bemerkungen zum Konzept des Kapitalismus

von Jochen Ketels

Um den nötigen ökologischen Umbau der Wirtschaft zu schaffen, braucht es Wege zur Überwindung der kapitalistisch ausgerichteten Wirtschaftsordnung. Der Kern des Kapitalismus ist zum einen die Marktgesetzlichkeit und zum anderen die Dominanz des privatwirtschaftlich organisierten Kapitals. Beiträge zur Überwindung dieser Struktur beinhalten: Ideen zum Zurückdrängen der Marktmechanismen durch die Zusammenarbeit von Konsumenten, Handel und Produzenten (siehe den Beitrag „Du bist hier der Chef“ im Themenbereich Neue Wirtschaft) sowie zum Umwandeln des Privateigentums am Unternehmenskapital in eine Form von „Verantwortungseigentum“ (siehe Neue Wirtschaft).

Uwe Schneidewind greift in seiner Kapitalismuskritik die grundlegenden Ideen aus der „Dreigliederung des sozialen Organismus“ von R. Steiner auf: die Beschränkung der Marktmacht und der privaten Verfügbarkeit über das Kapital. Er wurde im Jahr 2020 auf der Liste der Grünen und mit Unterstützung der CDU zum Oberbürgermeister von Wuppertal gewählt.

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Finanzmärkte: Die Straße der Tyrannen

In der Wall Street treffen jeden Tag die Herrscher der Welt aufeinander: Hier verwandeln Börsenhändler Zahlen mit vielen Nullen in Schicksale von Menschen, Ländern und Kontinenten. Wissen sie, was sie tun?

von Kerstin Kohlenberg, Mark Schieritz und Wolfgang Uchatius

Im Kern geht es in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung um das Geldverdienen. Wie das im Einzelnen an den sogenannten Finanzmärkten aussieht, an denen Geld mit Geld verdient wird, wurde schon vor einigen Jahren in besonders sprechender Weise von einigen ZEIT-Journalisten beschrieben (mehrfach bewährt im Unterricht).

ZEIT-ONLINE 3. 11. 2011

Für ZEIT-Abonnenten kostenfrei verfügbar unter https://www.zeit.de/2011/45/DOS-Wallstreet

Jan Müller hat genug

Die Wirtschaft muss wachsen, wachsen, wachsen, sagen Politiker aller Parteien. Aber wozu eigentlich? Plädoyer für einen bescheideneren Kapitalismus.

von Wolfgang Uchatius

Eigentlich müsste es ja jedem vernünftigen Menschen einleuchten, dass das Mantra vom ewigen Wachstum nicht funktionieren kann. Eine plastische Beschreibung vom Wachstum des Konsums und der Sättigung, sowie des Konzepts des Homo Oeconomicus. Die Frage, wie die Entwicklung weitergehen kann, ist offen, doch die Unsinnigkeit der momentanen Verhältnisse wird anschaulich beschrieben (im Unterricht bewährter Text, ich habe ihn allerdings in einer gekürzten Fassung verwendet, jk).

Für ZEIT-Abonnenten kostenfrei verfügbar unter www.zeit.de/2013/10/DOS-Konsum

Brauch´ich das?

Im Kapitalismus hängt alles am Konsum. Der ist mit der Corona-Pandemie in die Sinnkrise geraten. Hat die Wirtschaft, wie wir sie kennen, ihren Zenit überschritten?

von Elisabeth Raether, Mark Schieritz und Bernd Ulrich

In der Coronakrise haben viele Menschen eine Änderung in ihrem gewohnten Konsumverhalten erlebt. Wenn sie also nach der Krise einfach weniger konsumieren würden, welche Folgen hätte das für die Wirtschaft, wie wir sie kennen, auch ‚Kapitalismus` genannt? Die Autoren fragen, was passieren würde, wenn das Kaufen des Überflüssigen nicht mehr die Wirtschaft antreiben würde. Wird nachlassender Konsum unweigerlich ein Nachlassen des Kapitalismus mit sich bringen?

Kommentar:  Sehr guter Text! Was ich bei der Diskussion vermisse, ist der Aspekt der Qualität: Nicht der Konsum ist am Ende, sondern der Massenkonsum. Ich brauche eine Hose (nachhaltig, fair, 1a-Qualität), vielleicht kann ich diese sogar maßgeschneidert im Internet bestellen, sie kostet dann 250€, ist Ausdruck meiner Persönlichkeit, aber ich habe eben nicht mehr 10 Hosen im Schrank, die aussehen wie jede andere Hose in jedem anderen Schrank. Kleidung, Möbel, Nahrung, Tourismus, Unterhaltung, ja und auch Finanzprodukte müssten sich an der Qualität messen lassen. Es ist nicht falsch, dass die teuer sind, teuer im Sinne von wertvoll, sie haben einen Wert für mich und werden nicht weggeworfen. Das bedeutet nicht Verzicht, sondern Wertschätzung. Marcus Opitz

Der Artikel ist kostenfrei verfügbar unter https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-05/konsum-kapitalismus-coronavirus-wirtschaftskrise-globalisierung

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Homo oeconomicus macht schlechte Geschäfte

von Stefan Klein

Ein Auszug aus einem Essay, in dem der Autor erklärt, warum die traditionelle Ökonomie mit ihrem Konzept des „homo oeconomicus“ falsch liegt: Zusammenarbeit sei dem Egoismus stets überlegen.

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